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In diesem eindrucksvollen Werk von 1988 entfaltet Mogens Balle seine charakteristische Bildwelt der Abstraktion und der nur halb erkennbaren, fast mythischen Gestalten. Ständig scheinen neue Formen aus den dynamischen Farbflächen und den schweren schwarzen Konturen hervorzutreten: Oben links ist etwas Vogelartiges zu sehen, rechts erscheinen profilartige Tier- oder Menschenköpfe, während eine monumentale, maskenartige Figur das Bild unten dominiert.
Typisch für Balle ist, dass diese Wesen nie vollständig erfasst werden. Sie existieren an der Grenze zwischen Erkenntnis und Fantasie und scheinen direkt einem assoziativen, fast unbewussten Malprozess zu entspringen. Gerade diese Spannung zwischen abstrakter Form und figurativer Andeutung verleiht dem Werk seine Lebendigkeit und seinen geheimnisvollen Reiz.
Der ausgeprägte Einsatz von Farbe ist ebenfalls charakteristisch für Balles ausdrucksstarke Bildsprache: Leuchtendes Rot, intensives Grün, Gelb und tiefes Dunkelblau werden von kraftvollen schwarzen Linien zusammengehalten. Die Spontaneität, die Fantasiewelt und die direkte visuelle Energie verorten das Werk eindeutig in der Tradition von CoBrA, mit der Balle zeitlebens eng verbunden blieb.
Das Werk stammt aus dem Jahr 1988, dem letzten Lebensjahr des Künstlers. Sein Schaffen der 1980er-Jahre ist geprägt von einer erneuten und intensiven Auseinandersetzung mit der Bildsprache, die sein Werk seit den 1950er-Jahren bestimmt hatte. In seiner letzten Schaffensperiode erlangten die wiederkehrenden Fantasiewesen, Masken und Mischgestalten eine besonders konzentrierte und ausdrucksstarke Präsenz. Daher besitzt dieses Werk nicht nur eine starke visuelle Wirkung, sondern nimmt auch einen besonderen Platz in seinem Spätwerk ein.
Literatur: Henning Smidth, Mogens Balle værkfortegnelse, 76. Interimssudgave, 7. Mai 2026, S. 609, Nr. 1988-024. Ausstellung: Gl. Holtegaard, 1993, Nr. L6.
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